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Bildungsprogramm Almwirtschaft 2019/ 2020

Bildungsprogramm 2019 2020

Ländliches Fortbildungs Institut

Tiroler Almbauerntag 2019 - Jährliches Fest für das Almpersonal

Jährliches Fest für das Almpersonal 

Würdiger Sommerabschluss für das Almpersonal des Bezirkes Innsbruck Land. Am Samstag den 09.11. fand der alljährliche Tiroler Almbauerntag statt. Der Saal des Reschenhof in Mils war bis zum letzten Platz gefüllt. Obmann Josef Lanzinger konnte neben den Ehrengästen zahlreiche Almingerinnen und Alminger begrüßen und ihnen für ihre Dienste auf Tirols Almen mit der Überreichung einer Ehrenurkunde danken.

Kammerdirekter Ferdinand Grüner, Heinrich Pranger (60 Almsommer), Obm. Josef Lanzinger, Sektionschef Johannes Fankhauser (v.l.).

Foto: Steinlechner


Der Sommer ist vorbei und die Tiere sind wieder sicher von den Almen in die Heimbetriebe gekommen. Nach einem Sommer mit einigen Wetterextremen (Schnee noch bis Mai, Trockenheit) kann von einem durchschnittlich guten Sommer gesprochen werden. Vor allem durch den hohen Einsatz des Almpersonals, den Obmännern und Almverantwortlichen ist es möglich, dass sich Tirol als „Land der Almen“ bezeichnen kann.

Sommebilanz 2019 

Obmann Josef Lanzinger zog in seinem Bericht Bilanz über das Jahr 2019. Das Gerichtsurteil im Pinnistal brachte Anfang des Jahres einige Verunsicherung und Sorge mit sich. Durch das Oberlandesgericht wurde das Ersturteil geändert, sodass beide – Almbauer und Wandrerin - Mitschuld an dem tragischen Unglück tragen. „Durch die Änderungen der Tierhalterhaftung als auch des Tiroler Almschutzgesetzes wird den Almbauern mehr Rechtssicherheit gegeben, sodass ein Miteinander zwischen Almwirtschaft und Tourismus weiterhin möglich ist“, führte Lanzinger in seinem Bericht aus. Einen klaren Auftrag für die Tiroler Politik sieht Lanzinger aber noch, dass die Tiroler Landesregierung eine Verordnung erlässt, in der die Selbstverantwortung der Almbesucher (Wanderer und Radfahrer) auch gesetzlich geregelt wird. Besonders stolz zeigte sich Obmann Josef Lanzinger, dass Tirol in der Milchkuhalpung an der Spitze in Österreich ist. Von den ca. 50.000 Almkühen grasen mehr als 30.000 auf Tiroler Almen.  Sorgen bereitet ihm aber der große Rückgang der kleinen Milchalmen bis 20 Kühe, die seit dem Jahr 2000 um die Hälfte abgenommen haben. Gerade die kleinen Milchalmen mit schönen Almhütten und wunderbaren Almweiden sind der Prototyp des Tiroler Alm-Tourismusbildes. Diese Almen müssen auch in Zukunft erhalten bleiben und dafür braucht es auch öffentliche Unterstützungsmaßnahmen.  

Zukünftige Leistungsabgeltung für die Almbauern 

Das Fachreferat des Almbauerntages wurde vom Sektionschef des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus DI Johannes Fankhauser gehalten.  Rund zwei Drittel der Förderungen, die derzeit im Programm ausgezahlt werden, gehen an tierhaltende Betriebe. Dabei zeigt vor allem das ÖPUL-Programm einen großen Nutzen für die Bergbauern. Fankhauser zeigt sich durchaus zufrieden mit der derzeitigen Leistungsabgeltung im Almbereich. Dabei werden durch eine effektive Prämiengestaltung pro Alm-GVE rund 300 € gewonnen.
 
Derzeit stehen die Diskussionsverhandlungen für die zukünftigen Förderungsprogramme an, wobei Fankhauser klar feststellte, dass mindestens ein Übergangsjahr benötigt wird. „Es funktioniert nicht, wenn nur geredet wird. Es braucht eine aktive Umsetzung. Wir wollen, dass die Almen bewirtschaftet werden und dass auch die Almbauern dafür eine entsprechende Leistungsabgeltung erhalten“, sieht Fankhauser klar als Aufgabe für das neue Förderprogramm. Große Vorteile sieht er in Zukunft durch die neue automatische Futterflächenfeststellung (AFA), die durch die objektive jährliche Erfassung den Almbauern Sicherheit geben soll. Herausforderungen für die Zukunft erkennt Fankhauser für die Landwirtschaft im Bereich Klima, Klimawandel und Klimaanpassung. Dieses Thema wird starke Auswirkungen auf das zur Verfügung stehende Budget und die Zahlungen für den landwirtschaftlichen Sektor haben.

Grußworte der Ehrengäste 

Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler bezeichnete bewirtschaftete Almen als wichtigste Grundpfeiler für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Kulturlandschaft. „Es muss die Wertschätzung gegenüber den Almen klar erhöht werden“ führt Geisler in seinen Grußworten aus. Ebenfalls sieht Landeshauptmannstellvertreter Geisler nur eine Richtung für Tirol zum Thema Wolf: „Wir brauchen klare gesetzliche Grundlagen. Almen müssen als sensibler Raum ausgewiesen werden. Das Thema Wolfpopulation und Schutzstatus ist nicht nur auf nationaler Ebene zu betrachten. Wenn, dann muss eine europaweite Betrachtung erfolgen und dabei ist klar festzustellen, dass der Wolf nicht gefährdet ist.“. Dies sieht auch Nationalratsabgeordneter Hermann Gahr. Für ihn ist der Kampf in der Wolfsthematik noch lange nicht gewonnen. „Wir stehen vor großen Herausforderungen um das Thema Wolf auch bei den NGO´s, im städtischen Umfeld und in den Medien in das rechte Licht zu bringen. Daher ist es auch von Bedeutung, dass die Menschen durch Bilder wachgerüttelt werden.“ LK-Präsident Josef Hechenberger bedankt sich in seinen Grußworten bei allen Almbewirtschaftern und dem Almpersonal. Er wies insbesondere daraufhin, dass durch stagnierende Produktpreise eine höhere Förderung für die Almbauern benötigt wird. Im Bereich der landwirtschaftlichen Produkte braucht es dabei eine „saubere“ Produktkennzeichnung. Es darf nicht geschehen, dass auf Produkten „Alm“ draufsteht, diese aber noch nie eine Alm in irgendeinem Sinn gesehen haben. Es ist daher auch die Politik und die Tirol Werbung gefragt eine klare Linie für die Produktkennzeichnung zu erwirken. Die Almingerinnen und Alminger sind dabei unsere besten Werbebotschafter und sollten dabei in den Fokus gestellt werden.


Einige „Baustellen“ sind zu bearbeiten 

Abgeschlossen wurden die Grußworte von Erich Schwärzler, Bundesobmann der Almwirtschaft Österreich. Er bedankte sich bei den Almbauern für ihre Arbeit zur Erhaltung der Almwirtschaft. Er sieht für die Zukunft einige „Baustellen“, unter anderem die genannten Themen: Leistungsabgeltung, Wolf, Futterflächenfeststellung und Produktkennzeichnung, bei denen es notwendig ist, dass man gemeinsam auf Lösungen hinarbeitet. Nur miteinander ist es möglich, dass die Almwirtschaft in Österreich erhalten bleibt.
 
Im Rahmen des Almbauerntages werden jährlich die besten Milchalmen für ihre hervorragende Qualität (Zell-und Keimzahl) ausgezeichnet. Dabei konnte Bernhard Ritzer aus Kössen (Dichtleralm) bereits mehrmals mit der besten Milchqualität bei einer Milchliefermenge über 30.000 kg auf seiner Alm brillieren. Ebenfalls unter den besten Almen ist Erich Holzknecht, Längenfeld (Wurzberg Alpe) und Adelheid Burgstaller, Brandenberg (Baumbachalpe) bei der Milchanlieferung unter 30.000 kg sowie die Agrargemeinschaft Dorferalm in Kals am Großglockner mit Stefan Groder und Julia Moser. Unter den ausgezeichneten Almen mit der höchsten Milchanlieferung im Sommer 2019, die Agrargemeinschaft Id-Pardatsch in Igschl, vertreten durch Obmann Anton Zangerl und den Almingern Daniel und Patrick Stark, zeigt bereits seit mehreren Jahren, dass sie zu den Besten Tirols gehören.
 

Dank und Anerkennung

Almingerinnen und Alminger, die oft mehr Sommer auf der Alm verbracht haben als im Tal, wurden auch heuer wieder im Rahmen des Almbauerntages ausgezeichnet.  Dank und Anerkennung für den Dienst an die Heimat sprachen in Form einer Urkunde LK-Direktor Ferdinand Grüner, Landesobmann Josef Lanzinger und Sektionsleiter BMNT Johannes Fankhauser 63 Almleuten aus. Dabei wurde Heinrich Pranger aus Gschnitz mit 60 Almsommern an diesem Tag als „Dienstältester“ ausgezeichnet. Auch 2019 verbrachte er den Sommer auf der Laponesalm in Gschnitz mit melken, schwenden und dem Behirten der Tiere.

Obmann Josef Lanzinger mit den Ehrengästen beim Tiroler Almbauerntag im Reschenhof in Mils bei Hall.

Foto: Steinlechner

Ehrungen und Auszeichnungen durch den Tiroler Almwirtschaftsverein

(mit Angabe der Almsommer bzw. der Funktion)

Almpersonal

Baumkirchen: Christoph Troppmair, 20; Gries am Brenner: Johann Strickner, 25; Grinzens: Alois Vindl, 48; Gschnitz: Heinrich Pranger, 60; Kolsassberg: Rudolf Eberl, 51; Hans Laner, 39; Werner Eberl, 34; Franz Kofler, 33; Adolf Stöckl, 29; Franz Leimböck, 27; Frieda Kreidl, 24; Franz Kreidl , 24; Albin Heubacher, 23; Johannes Wildauer, 20; Mils: Josef Gabl, 39; Neustift i. St.: Johannes Ofer, 57; Hermann Hofer, 53; Georg Kindl, 52; Erich Müller, 47; Gerhard Pfurtscheller, 40; Johann Mair, 35; Peter Kuprian, 34; Martin Knoflach, 31; Johann Kindl, 30; Friedrich Siller, 28; Franz Schönherr, 27; Martin Pfurtscheller, 25; Josef Danler, 25; Otmar Illmer, 25; Georg Siller, 25; Flora Stern, 21; Klaus Stern, 21; Georg Müller, 21; Markus Pfurtscheller, 20; Johann Hofer, 20; Roman Schönherr, 20; Sandra Schönherr, 19; Karl Schönherr, 19; Peter Volderauer, 17; Anton Vol-derauer, 17; Peter Haas, 16; Karin Fröhlich, 15; Richard Haas, 15; Patsch: Dietmar Stock, 15; Reith bei Seefeld: Norbert Kluckner, 48; Pia Kluckner, 29; Schönberg i. St.: Gotthard Stern, 42; Sistrans: Adolf Raitmair, 21; Steinach: Josef Pittracher, 39; Telfes i. St.: Konrad Tanzer, 47; Leonhard Schwab, 15; Vals: Franz Gatt, 37; Johann Holzmann, 32; Simon Schmölzer, 32; Josef Jenewein, 32; Hubert Kreidl, 18; Volders: Hermann Angerer, 37; Josef Klingenschmid, 34; Johann Hoppichler, 26; Josef Gabl, 20; Franz Klingenschmid, 16; Wattens: Josef Stöger, 42; Gottfried Klingenschmid, 23.

Silberes Ehrenzeichen

Hermann Mair, Vals, 50 Jahre Obmann.

Silberes Ehrenzeichen

Ferdinand Pranger, Gschnitz, Obmann; Johann Laimgruber, Gschnitz, Obmann; Peter Pranger, Gschnitz, Obmann; Paul Hei-degger, Gschnitz, Obmann; Benedikt Mair, Gschnitz, Obmann; Konrad Hörtnagel, Obernberg, Obmann; Johannes Lindentha-ler, Pettnau, Kassier; Karl Kranebitter, Pettnau, Kassier; Friedrich Lindenthaler, Pettnau, Obmann; Sebastian Haider, Sellrain, Obmann; Stefan Wanker, Telfes i. St., Almmeister; Albert Kern, Vals, Obmann; Alfred Maier, Weer, Obmann.

Beste Almmilchqualität

Eigenalm unter 30.000 kg Milch: Erich Holzknecht, Wurzberg Alpe, Längenfeld; Adelheid Burgstaller, Baumbachalpe, Bay-rische Wild, Brandenberg; Alois Reiter, Rohralpe, St. Jakob im Haus; Martin Wett, Griessenboden, Fieberbrunn; Barbara und Georg Aufschnaiter, Längfilzgalt-Alpe, Seitalm, Aurach.
Eigenalm über 30.000 kg Milch: Bernhard Ritzer, Dichtleralm, Kössen; Johann Hauser, Alpe Bärenbad, Stummerberg; Hannes Eberharter, Hechenblaikenalm (Alm in Reith), Hart; Margit Eberl, Franz Eberl-Dengg, Aste Eberl, Mayrhofen; Landesalmen Land Tirol, Stallbachalm, St. Johann in Tirol.
Gemeinschaftsalmen: Agrargemeinschaft Dorferalm: Obm. Johann Berger, Personal Stefan Groder und Julia Moser, Kals am Großglockner; Interessentschaft
Zinsbergalm: Obm. Nikolaus Hirzinger, Personal Christian Steindl, Brixen; Agrargemeinschaft Brandstadlalm: Obm. Martin Feiersinger, Personal Walter Rabl; Agrargemeinschaft Id-Pardatsch: Obm. Anton Zangerl, Personal Daniel und Patrick Stark, Ischgl; Interessentschaft Kleine Holz-Alm: Obm. Franz Krall, Personal Stefan Papp mit Familie, Brixen im Thale.

Foto: Steinlechner

"Der Alm- und Bergbauer" - Fachzeitschrift

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